Die ersten zehn Tagen des Monats Dh Al-Hiddscha sind eine Schulung fr den Glauben Teil 1

Sonntag 13/09/2015

Die gläubige menschliche Seele bedarf immer dann starker Anregung, wenn die Faulheit sie am Gehorsam hindert und sie zur Begierde neigt. In all den weltlichen Ablenkungen und dem Streben nach Materiellem sehnt sich die Seele eines Gläubigen nach einem Glaubenszustand, der sie von der Erde erhebt und sie bis zu den Wolken des geräumigen göttlichen Horizonts fliegen lässt.

Der Mensch erlebt einige Momente und Tage, an denen es besonders leicht ist, zu Allâh zurückzukehren und ein neues Kapitel in der Beziehung zu Allâh, dem Erhabenen, aufzuschlagen. Diese ersten zehn Tage des Monats Dhû Al-Hiddscha sind die Tage, die für diese reumütige Rückkehr am besten geeignet sind.

In der islâmischen Erziehung gelten diese Tage als gute Gelegenheit für eine zielgerichtete Glaubenserziehung und als Ansporn für die Seele, bei der sündige Herzen von ihrem Schmutz geläutert werden, sich nachlässige Seelen ihrem Schöpfer reumütig zuwenden und der Geist ein reines geläutertes Leben führt, in dem nur Gehorsam und Glaube eine Rolle spielen.

Das Gute in allen Facetten

Diese ersten zehn Tage beinhalten das Gute in all seinen Formen. Sie sind nämlich die besten und vorzüglichsten Tage. Allâh, der Erhabene, schwört bei diesen Tagen in Seinem Buch: „Und den zehn Nächten.“ (Sûra 89:2). Die meisten Qurân-Exegeten sagen: „Damit sind die ersten zehn Tage des Monats Dhû Al-Hiddscha gemeint.“ 

Der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) erhöhte die Stellung der rechtschaffenen Handlung an diesen Tagen in starker Weise, als er sagte: „An keinen anderen Tagen ist das Vollbringen einer rechtschaffenen Handlung Allâh lieber als an diesen Tagen, das heißt den ersten zehn Tagen des Monats Dhû Al-Hiddscha.“ (Überliefert von Al-Buchârî nach einer Aussage von Ibn Abbâs).

Er (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte ebenso: „Es gibt keine Handlung, die für Allâh, den Allmächtigen und Majestätischen, lauterer ist und großartigere Belohnung enthält als das Gute, das man an den zehn Opfertagen tut.“ (Überliefert von Ad-Dârimî nach einer Aussage von Ibn Abbâs, und von Al-Albânî für hasan erklärt).

Der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) ordnete an, an diesen Tagen vermehrt Allâhs zu gedenken, indem er (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) sagte: An keinen anderen Tagen ist das Vollbringen rechtschaffener Handlungen für Allâh bedeutender und lieber als an diesen ersten zehn Tagen, das heißt den ersten zehn Tagen des Monats Dhû Al- Hiddscha. Sprecht also an ihnen häufig die Worte „Lâ Ilâha Illa-llâh (Es gibt nichts Verehrungswürdiges außer Allâh)“, den Takbîr (die Worte „Allâhu akbar - Allâh ist größer)“ und die Worte „Al-Hamdu li-llâh (der Lobpreis ist Allâhs)“!“ (Überliefert von Ahmad nach einer Aussage von Ibn Umar).

Der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) pflegte an den ersten neun Tagen des Monats Dhû Al-Hiddscha zu fasten. An-Nasâî und Abû Dâwûd überlieferten nach einer Aussage einiger Ehefrauen des Propheten (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken): „Der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) pflegte an den ersten neun Tagen des Monats Dhû Al-Hiddscha, am Âschûrâ-Tag (10. Muharram), an drei Tagen in jedem Monat (des islâmischen Mondkalenders), am ersten Montag im Monat und an zwei Donnerstagen zu fasten.“ Der Imâm An-Nawawî sagte über das Fasten an den ersten zehn Tagen des Monats Dhû Al-Hiddscha: „Es ist sehr erwünscht.“

Er ordnete an, am Arafa-Tag zu fasten. Muslim überlieferte nach einer Aussage von Abû Qatâda, dass man den Propheten (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) über das Fasten am Tag von Arafa fragte, worauf er antwortete: „Es tilgt die Sünden des verstrichenen Jahres und des kommenden Jahres.“ At-Tabarânî überlieferte nach einer Aussage von Ibn Umar, dass dieser sagte: „Wir betrachteten das Fasten am Tag von Arafa, als wir mit dem Gesandten Allâhs (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken) waren, als das Fasten von zwei Jahren.“ (Von Al-Albânî für authentisch erklärt).

Der Imâm Ibn Hadschar erwähnte in seinem Werk Fath Al-Bârî: „Der offensichtliche Grund für den Vorzug der ersten zehn Tage des Monats Dhû Al-Hiddscha lautet, dass man die großen Anbetungshandlungen an ihnen vereint, nämlich das Gebet, das Fasten, das Almosen und den Haddsch, wobei diese an keinen anderen Tagen vereint sind.“

Der den Prophetengefährten nachfolgende, rechtschaffene Sa'îd ibn Dschubair pflegte, wenn die ersten zehn Tage des Monats Dhû Al-Hiddscha kamen, sich an ihnen so sehr zu bemühen, dass man ihm kaum darin nacheifern konnte.

Der hanbalitische Gelehrte Ibn Radschab sagte: „Da Allâh der Erhabene den Seelen Seiner gläubigen Diener eingibt, sich nach Seinem sakrosankten Haus zu sehnen, wobei nicht alle Leute dies jedes Jahr tun können, schreibt Er einem dazu Fähigen den Haddsch einmal im Leben vor. Und so können die Pilger und die Menschen, die nicht pilgern, an diesen zehn Tagen gemeinsam teilhaben.“ 

Der Scheich des Islâm Ibn Taimiya wurde gefragt, ob die ersten zehn Tage des Monats Dhû Al-Hiddscha oder die letzten zehn Tage des Monats Ramadân besser seien? Er antwortete: „Die ersten zehn Tage des Monats Dhû Al-Hiddscha sind besser als die letzten zehn Tage des Monats Ramadân und die letzten zehn Nächte des Monats Ramadân sind besser als die ersten zehn Nächte des Monats Dhû Al-Hiddscha.“

Ibn Al-Qayyim verglich den Vorzug dieser Tage mit folgenden Worten: „Der beste Tag bei Allâh ist der Opfertag. Er ist der Tag des großen Haddsch.“ In der Hadîth-Sammlung von Abû Dâwûd sagte der Prophet (möge Allah ihn in Ehren halten und ihm Wohlergehen schenken): „Wahrhaftig! Die größten Tage bei Allâh sind der Opfertag und der Tag der Ruhe.“ Der Tag der Ruhe ist der Tag, an dem die Leute in Minâ verweilen, nämlich der 11. Tag des Monats Dhû Al-Hiddscha.

Es heißt auch, der Arafa-Tag sei besser als der Opfertag, denn das Fasten an ihm tilgt die Sünden von zwei Jahren und es gibt keinen Tag, an dem Allâh mehr Menschen vom Höllenfeuer befreit als am Arafa-Tag, denn Allâh der Hocherhabene nähert sich Seinen anbetend Dienenden an diesem Tag. Dann ist Er gegenüber Seinen Engeln stolz auf die Haddschis.“

Diese zehn Tage vereinen also das Gute in allen Facetten. Somit kommt an diesem Tag viel Gutes zusammen. Es gibt also keine rechtschaffene Handlung, die an ihnen nicht erwünscht ist. Und an keinen anderen Tagen ist das Vollbringen rechtschaffener Handlungen besser als an diesen Tagen. Sie sind also ein absolutes Gut für die reine Seele und eine Zeit für den Glauben und die Seele, deren Tage im Jahreszyklus den höchsten Vorzug einnehmen.

Zwischen dem Hadsch und dem Blutfluss

Wem Allâh beim Haddsch zu Seinem Haus Erfolg verleiht, dem ermöglicht Er das Beste dessen, was Er liebt, indem Er ihn auserwählt, um ihm seine Sünden zu tilgen und ihn, wenn er eine aufrichtige Absicht hat, von seinen Sünden zu befreien, wie am Tage, an dem seine Mutter ihn zur Welt brachte. Er erleichtert ihm, einen neuen Abschnitt in seinem Leben zu beginnen, der die Phase des Glaubens einläutet.

Die Ihrâm-Kleidung lenkt den Blick von den Gelüsten auf das Leichentuch. Kein trügerischer Schmuck zählt mehr, kein einlullendes Gelüst und kein törichter Kampf um das vergängliche Diesseits. Alle tragen dieselbe Kleidung: den Ihrâm, genauso wie sie alle einst das Leichentuch tragen werden. Alle fürchten die Sünde und hoffen auf die Barmherzigkeit, die alles umfasst.

Die Gläubigen sollen am Haddsch-Tag eine internationale Erklärung verkünden, vor allem in dieser Zeit, in der die Umma blutet. Es soll erklärt werden, dass die Muslime überall auf Erden ein einziges Individuum sind, einem Weg folgen, ein einziges Ziel haben und einen einzigen Herrn verehren. Sie hoffen auf Seine Barmherzigkeit und fürchten Seine Strafe. Der Satan und seine Anhänger sollen sich entfernen und jeder Muslim soll auf seine Religion stolz sein, nämlich diese Religion, die alles übersteigt, denn Allâh ist ihr Schutzherr, während ihre Feinde keinen Schutzherrn haben.

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